Muss ein Minus-Konto, durch den Arbeitnehmer ausgeglichen werden?

Muss ein Minus-Konto, durch den Arbeitnehmer ausgeglichen werden? Dies fragen zunehmend Arbeitnehmer.

Ein Arbeitgeber teilt dem Arbeitnehmer mit, dass er für ihn keine Arbeit hat bzw. setzt ihn im Dienstplan mit einer zu geringen Stundenzahl ein. Im Arbeitsvertrag ist eine 40 Stundenwoche geregelt mit einem Arbeitszeitkonto. Später verlangt der Arbeitgeber, dass die Stunden nachgearbeitet werden bzw. bei Ausscheiden behält er entsprechend Lohn ein.

Muss ein Minus-Konto, dass durch Weisung des Arbeitgebers entstanden ist, ausgeglichen werden?
Muss ein Minus-Konto, durch den Arbeitnehmer ausgeglichen werden?

Muss ein Minus-Konto, durch den Arbeitnehmer ausgeglichen werden?

Der Arbeitgeber darf nicht verlangen, dass der Arbeitnehmer das Minuskonto ausgleicht. Nur dann, wenn allein der Arbeitnehmer darüber entscheiden kann, ob und in welchem Umfang das negative Guthaben entsteht, hat er es im Falle der Vertragsbeendigung bei nicht rechtzeitigem Zeitausgleich finanziell auszugleichen ( BGH 5 AZR 334/99). Da der Arbeitnehmer keinen Einfluss auf den Dienstplan hatte, hat der Arbeitnehmer das Minuskonto nicht zu verantworten.

Dies gilt auch in der Coronakrise. Der Arbeitgeber kann, wenn er nicht genügend Arbeit hat unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeit beantragen.

© Rechtsanwältin Pirko Silke Lehmitz